Sensomotorische Einlagen
Sensomotorische Einlagen mit Propriozeption können in vielen Situationen helfen, wo andere Einlagen an ihre Grenzen stoßen. Wir haben den Bereich der sensomotorischen Einlagen in drei Unterbereiche aufgegliedert.
1. Grundprinzip der sensomotorischen Einlagen
2. Schmerztherapie
3. Sport
4. Kinder
Grundprinzip der sensomotorischen Einlagen
Propriozeption ist das Aufnehmen und Weiterleiten afferenter Reize über die sensiblen Nervensensoren im Bereich der Bänder, Sehnen und Gelenkkapseln, der Golgi-Sehnenorgane im Muskel-Sehnenübergangsbereich sowie der Muskelspindeln im Muskelbauch.
Durch intramuskuläre Fasern sind die Muskelspindeln die einzigen trainierbaren Sensoren des menschlichen Körpers. Dieses ist die physiologische Voraussetzung des Körpers für die Versorgungsmöglichkeit mit sensomotorischen Fußbettungen bei hypertoner und hypotoner Muskulatur.
Über afferente Bahnen werden Signale zum Rückenmark geleitet. Die dort eingehenden Informationen werden verschaltet und über das Cornu ventrale (motorisches Vorderhorn) auf efferenten (den Effekt auslösenden) Bahnen als motorisches Signal an die Muskulatur weitergeleitet. Die Muskulatur reagiert mit Kontraktion.
Neben den Gelenk- und Gliederketten verfügt der menschliche Körper über Muskeln, die als aktive Elemente verschaltet sind zu Muskelgruppen und Muskelketten. Veränderungen in der Körperstatik und in den Gliederketten ziehen auch immer eine reaktionäre Veränderung in den Muskelketten nach sich. Kurz gesagt: Vom Fuß aus beginnt die Haltung!
Anders als konventionelle Versorgungen basieren propriozeptive Einlagen nicht nur auf dem Wissen um statische und biodynamische Einflussnahme, sondern werden ergänzt durch Erfahrungen aus der Physiotherapie.
Durch gezielte Druckimpulse werden Muskelreaktionen beeinflusst und der Patient kann sich durch Eigenkräfte aktiv an Korrekturen von Fehlstellungen und Fehlgangbildern beteiligen. Die nach dem individuellen Fuß gefrästen, propriozeptiven Basissysteme, die durch Einbezug der körpereigenen Tiefenwahrnehmung auf reflektorischem Weg Muskeltonus und Muskelreaktionszeiten verändern, helfen aktiv, Fuß- und Beinfehlstatiken zu beheben, Gangbildstörungen zu korrigieren sowie Muskelkoordination, Feinmotorik und Wahrnehmung zu verbessern.
Die Einlagen simulieren statisch die natürliche Position des Fußes und nutzen biomechanische Gesetzmäßigkeiten aus, indem die Hebelarme angeglichen werden und so die Schrittabwicklung mit geringstem Kraftaufwand realisiert werden kann. Über den Druck der unterschiedlichen Reizpunkte werden gezielte Impulse gegeben, die auf reflektorischem Weg das Signal an die Muskulatur weitergeben, sich stärker zu aktivieren. Ziel der Versorgung ist es, durch propriozeptives Training Bewegungen zu automatisieren und als autonomes Bewegungsmuster zu installieren. Um einen größtmöglichen Effekt zu erzielen, sollte das propriozeptive Training vom Patienten bzw. Eltern und Pflegepersonal angenommen und bewusst wahrgenommen werden. Durch gezielte Druckpunkte und Einarbeitung unterschiedlicher Ebenen wird den vorhandenen Fehlgangbildern aktiv entgegengewirkt und dadurch die Gesamtwahrnehmung verbessert und gefördert.
Schmerzpatienten
Sensomotorische Beratungsstunde immer Mittwochs Nachmittags, nach Terminabsprache
Sportler
Kinder
